Panama
Seit etwas mehr als 2 Wochen bin ich nun in Panama – Zeit für einen neuen Reisebericht.
Fange ich am besten wieder an der Stelle an, an der ich das letztes Mal aufgehört habe: Dem Flug von Madrid nach Panama.
Mittags um 15:00 Uhr sollte es mit Air Europa nonstop nach Panama gehen. Der Check-In verlief problemlos und auch der Flug war sehr entspannt. Ich hatte Glück und der Mittelsitz neben meinem Fensterplatz blieb leer, also quasi wie in der Business Class der Lufthansa 😄. Auch die Sitznachbarin am Gang, eine 30-jährige Kolumbianerin die in der Schweiz lebt, war sehr nett und wir konnten uns gut unterhalten.
In Panama selbst gab es dann bei der Einreise ein klein wenig Gezeter wegen meines fehlenden Rückflugs, ich wurde aber letztendlich dann doch durchgewunken 😍
Draußen angekommen schlugen mir dann knapp 30 Grad und 100% Luftfeuchtigkeit ins Gesicht 😅
Ich nahm mir ein Taxi in die Innenstadt und machte mich auf ins Hostal Cultura Humana (Cultura Humana). Ein Hostel dass neben dem 8-Bett Dorm auch private Zimmer anbietet.
Empfangen wurde ich dort ganz herzlich von Willy, einem rothaarigen Engländer.
Willy reist wohl schon seit knapp über 10 Jahre in der Weltgeschichte umher und arbeitet immer als Freiwilliger in Hostels für Kost & Logis (Auch eine Art zu leben 😊).
Nach über 20h auf den Beinen suchte ich trotz allem noch des nachts in Panama City nach etwas Kleinem zu Essen. Ein großer Burrito später und um 20$ leichter, legte ich mich dann brotfertig ins Bett.
Direkt am nächsten Morgen machte ich mich erstmal daran, was ich eigentlich die nächsten knapp 2,5 Monate unternehmen möchte 😅 Ich hatte zwar so ziemlich alles dabei – Ein Reiseführer oder ähnliches fehlte mir aber 🙈
So beschloss ich zunächst für den folgenden Tag einen Trip auf die San Blas Inseln zu buchen und anschließend in Panama noch El Valle und Bocas del Toro zu besuchen. Der Rest würde sich dann ergeben 💪🏻
Nachmittags konnte ich mir dann kostenlos ein Fahrrad vom Hostel ausleihen und fuhr entlang der Küste in Panama City. Herrlich, die Stadt ist sehr aufgeräumt, hat eine kleine Altstadt und wirkt aufgrund der Hochhäuser ein bisschen wie Miami (zumindest stelle ich es mir dort so vor 😄).
Nach einer kurzen Nacht ging es dann um 5 Uhr früh in knapp 3,5 h in Richtung San Blas Islands. Die Inselgruppe liegt in der Nähe der Grenze zu Kolumbien und wird von der dort ansässigen Volksgruppe Guna Yala selbst verwaltet. Als Tourist passiert man mehrere Checkpoints an denen der Pass vorgezeigt und eine Gebühr von 20$ (!) bezahlt werden muss. Nach der letzten Stunde über sehr bergige und teilweise schlechte Straßen mitten durch den Dschungel, kam ich an so etwas wie einem „Fährhafen“ an. Dort traf ich auf die beiden Schweizer Lewin und Clelia die auch auf dieselbe Insel wollten wie ich – Na perfekt 🤩
Nach einer knappen Stunde auf dem Boot kamen wir dann auf der winzigen Insel mit dem Name Tubasenika (Cabaña Tubasenika) an. Auf den ersten und (wie sich herausstellen sollte) auch auf den zweiten Blick ein wahres Südseeparadies 😍 Jeder Bungalow steht direkt am Meer, es gibt einen großen Strandbereich in dem man herrlich baden kann, eine kleine Bar sowie mehrere Gemeinschaftsbereiche (Dusche & WC (!) eingeschlossen 😅).
Am ersten Tag passierte nicht viel. Ich fragte Lewin und Clelia ob ich ein wenig mit ihnen abhängen dürfe und so verbrachten wir den Tag am Strand mit rumliegen, sonnenbaden und ein bisschen schnorcheln. Die Mahlzeiten wurden immer per Muschelhorn angekündigt und für alle Gäste gemeinsam ausgegeben. So kam man schnell mit den anderen Gästen ins Gespräch. Ach ja, schon sehr anstrengend dieses Inselleben 😅
Gegen 22-23 Uhr wurde dann der Generator abgestellt und es wurde komplett ruhig auf der Insel. Dann gab es nur noch das Meeresrauschen, die Palmen im Sternenlicht und den dunklen Bungalow 😅
Trotz der (sehr wahrscheinlich) nicht frischen Bettwäsche habe ich doch besser geschlafen als gedacht, war doch ständig eine leichte Brise vom Meer zu spüren.
Am nächsten Morgen wollten auch Lewin und Clelia etwas schnorcheln. Nach ca. 15 min unter Wasser in einem wirklich absolut intakten Riff, sah ich viel aufgewirbelten Sand unter mir. Als ich genauer hinschaute, erkannte ich es: Ein ausgewachsener Manta-Rochen mit mindestens 4-5 Meter Spannweite versuchte sich dort im Sand einzugraben 🤩 Schnell rief ich Lewin herbei, der dieses Spektakel auch genießen durfte 👌🏻 Kurz darauf rief uns ein Fischer in einem Einbaum zu sich. Er zeigte uns wie er mit einer Speerharpune Krebse und Fische jagte. Vor unseren Augen tauchte er ab und erlegte einen Fisch – Krass 😍 Nach diesem wahrhaft super Erlebnis, ging es nach dem eher einfachen Mittagessen (Meist Reis mit Fisch) noch für mich auf eine kleine Inseltour. Dieser Trip war bereits in meinem Paket inklusive. So sah ich noch ein paar weitere Südseeparadiese des knapp 360 Inseln umfassenden San-Blas Archipels.
Wirklich eine traumhafte Inselwelt, nur bestehend aus Palmen, weißem Sand, tollen Korallen und sehr einfachen Unterkünften 😍
Nach meiner Rückkehr am Nachmittag, gingen wir noch einmal zu dritt schnorcheln und wurden anschließend von den anderen Gästen aus Costa Rica zu einem Bier eingeladen.
Während wir uns im und am Meer vergnügten und über Rochen staunten, hatten diese Gäste hauptsächlich ihre Getränke im Blick 😅
War trotzdem sehr witzig mit den Leuten. Insbesondere cool zu sehen, wie diese Leute auch mit Mitte 50 das Leben noch in vollen Zügen genießen (Motto: Pura Vida, auf deutsch wohl so etwas wie „Beschde Leben“) 😍
Am Abend spielten Lewin, Clelia und ich noch ein wenig und ließen den Abend und somit leider auch die Tage auf den Inseln ausklingen 😢
Am nächsten Morgen ging es dann nach dem Frühstück gegen 08:00 Uhr zurück ans Festland. Von dort wurden wir dann zurück nach Panama City gebracht.
Insgesamt waren die 240$ für die 2 Nächte zwar nicht gerade billig, zieht man jedoch den Transport, die Mahlzeiten, den Eintritt und die Inseltour ab, war es denke ich für die Übernachtungen in Ordnung.
Insgesamt würde ich die San Blas Inseln jedem weiterempfehlen. Das nächste Mal würde ich sie aber gerne mit einem Boot bereisen, da man hier noch mehr die Inselwelt bestaunen und ggf. auch an einem der vielen Atolle einen Schnorchelstopp einlegen kann.
Nachdem Lewin, Clelia und ich in Panama City ankamen trennten sich leider unsere Wege. Die beiden wollten noch vor ihrer Rückreise nach Europa ein paar Tage in der Stadt verbringen. Ich machte mich auf in das kleine Bergdorf El Valle das in einem ehemaligen Vulkankrater liegt. Schön war’s mit euch 😍
Glücklicherweise erwischte ich noch am selben Tag einen Bus am zentralen Busterminal in Panama City. Nach knapp 3,5h Busfahrt bei sehr lauter und lebensfroher (😅) Latino-Musik war ich gegen ca. 16:00 Uhr im Hotel (The golden frog Inn). Der restliche Tag war eher unspektakulär. Ich entspannte mich von den „Strapazen“ auf der Insel und ging früh schlafen.
Am nächsten Tag konnte ich dann jedoch umso früher los um in der näheren Umgebung den Wasserfall Pozo Azul zu besuchen (Pozo Azul). Ich hatte zwar keine Ahnung wie ich die knapp 10km Dschungelpiste hin- und zurückkommen sollte, aber das würde sich bestimmt finden 😅
Nachdem ich knapp 30 Minuten vom Hotel ins Dorf gelaufen war, dachte ich mir schon, dass ich eine gewisse Beschleunigung benötigen würde um noch vor Sonnenuntergang wieder zurück zu sein 😅
Glücklicherweise kam ich an einem Fahrradverleih vorbei und die Tour konnte starten. Durch sehr steile und (schon wieder 🙈) sehr holprige Pisten, kam ich nach knapp 1,5h komplett verschwitzt am Wasserfall an. Die Anreise hatte sich jedoch mehr als gelohnt. In 4 Kaskaden und riesigen Becken stürzt sich das klare Wasser den Hang hinunter. Da es Montag und somit ein Wochentag war, hatte ich den Wasserfall quasi für mich alleine 😍
Leider fing es nach einer knappen Stunde an zu gewittern und sintflutartig zu regnen (Tropen eben 🥰). Um meine wenigen Sachen nicht komplett durchzuweichen rettete ich mich unter den dort bereitgestellten Palapa. Nach einer halben Stunde dachte ich, ich könnte im Regen los.
Ich ließ einfach meine Badehose an und fing an in die Pedale zu treten. Nach knapp 200 Metern zurückgelegter Strecke, fing es aber wieder dermaßen an zu gewittern, dass es sich anfühlte als ob die Blitze neben einem einschlagen🫣🤣
Also noch einmal eine halbe Stunde im Regen unter einem Baum verharren.
Als der Donner etwas nachließ, machte ich mich auf der inzwischen absolut aufgeweichten Piste zurück nach El Valle.
Dieses Erlebnis zeigte mir noch einmal deutlich, dass es doch die richtige Entscheidung war, das Motorrad stehen zu lassen und mit dem Rucksack loszuziehen. Wenn ich mir überlege, Betty und ich hätten so etwas alleine für mehr als 3 Monate in Afrika „durchstehen“ müssen 🙈🙈🙈
Dann doch lieber ein Tagesausflug bei dem ich abends das Fahrrad abgebe und immer Alternativen habe 😅
Völlig ausgehungert brachte ich das Fahrrad zurück zum Verleih und trat von dort den Fußmarsch zum Hotel an. Glücklicherweise war gerade Mango-Saison und überall lagen reife Früchte auf dem Boden. Man kann mich jetzt getrost als Mango-Dieb bezeichnen, aber ich machte mich wie ein hungriges Tier über das Fallobst her 😆 Die waren aber auch wirklich äußerst köstlich 🤤
Am Abend informierte ich mich an der Rezeption wie ich am nächsten Tag nach Bocas del Toro kommen könnte. Auch ein holländisches Päärchen mittleren Alters wollte in die ähnliche Richtung. Wir sollten uns noch mehrfach begegnen 😄
Trotz meines zuvor erwähnten Mango-Rauschs war ich immer noch hungrig und gönnte mir noch wirklich gute Pizza im La Divina Comedia (La Divina Commedia)
Schade das kleine Bergdorf nach 2 Tagen schon wieder zu verlassen. Aufgrund der umliegenden steil aufragenden Berge und der sehr gepflegten Umgebung hat es einen Touch von Hawaii. Eine Klimaanlage im Zimmer ist aufgrund der Höhenlage auch nicht unbedingt notwendig, aber so etwas weiß man natürlich erst hinterher.
Punkt 6:00 Uhr in der Früh holte mich tags drauf ein Taxi vom Hotel ab um mich zum Busbahnhof zu fahren. Dort angekommen traf ich wieder auf das holländische Päärchen. Bis nach David, der zweitgrößten Stadt Panamas, verbrachten wir viel Zeit zusammen in verschiedenen Bussen quer durchs Land. Wir kamen ein wenig ins Gespräch und verkürzten uns somit die Reiszeit.
Ab David ging es dann für mich alleine weiter zurück an die Karibikküste, an der ich gegen 18:30 Uhr auf den Bocas del Toro Inseln ankam.
Die erste Nacht verbrachte ich im Hauptdorf Bocas im Saigon Bay B&B (Saigon Bay B&B), dessen Besitzerin mich erst gar nicht reinlassen wollte, kam ich doch angeblich sooo spät (19:15 Uhr) 🤨
Der Besitzer zeigte mir dann jedoch sehr freundlich das Zimmer und bereitete am nächsten Tag die besten Pancakes zu 🤤 Na also, geht doch auch mit Freundlichkeit 😄
Anschließend hieß es für mich Besorgungen machen und auf in Richtung Bluff Beach.
Dort bin ich über booking.com auf die kleine, nur mit Solarstrom betriebene, Strand- bzw. Dschungelhütte „Bluff Hidden Paradise“ gestoßen (Bluff Hidden Paradise). Nach meinem Einkauf traf ich mich dort mit dem Besitzer Sterling, einem US-Amerikaner, der sich Bocas als Wahlheimat ausgesucht hat und einfach ein super cooler und freundlicher Typ ist.
Er half mir beim Ausladen meiner Einkäufe, zeigte mir die top ausgestatte Hütte und führte mich über das riesige Gelände. Wenn ich wöllte könnte ich dort grillen, in der Hängematte abhängen oder mir doch bitte alle reifen Früchte (Bananen, Ananas, Stachelannone (Waaas?)) ernten und verspeisen 😅
Anschließend zeigte er mir noch gute Spots auf dem Gelände an denen ich Tiere sehen könnte – Während er das sagte hingen bereits ein paar Affen in den Bäumen 🥰
Die Zeit in der Hütte schien also vielversprechend zu werden 💪🏻
Die nächsten 4 Tage sahen dann alle ungefähr so oder so ähnlich aus: Morgens nach dem Aufstehen den Strand entlang joggen; Ein herrliches Frühstück mit frischen Früchten verzehren und dabei die Tierwelt bestaunen; Den Tag am Strand mit lesen, baden oder entlangwandern verbringen; Ein kleines Getränk in einer Strandbar einnehmen und ein wenig soziale Kontakte haben 😅; Spätestens um 16:30 Uhr zurück an der Hütte sein, da mir sonst das Sonnenlicht für den Grill fehlt und im Beisein von Krokodilen, Affen, Tukanen und Kolibris ein herrliches Abendessen genießen.
Ja, die Hütte war wirklich ein kleines Paradies, wenn auch für mich als Alleinreisender auf Dauer etwas einsam 😄
Nach dieser schönen und erholsamen Zeit machte ich mich dann nach den 4 Nächten an die Weiterreise in Richtung Costa Rica. Von den Bocas Inseln fährt ein kleines Boot in den kleinen Küstenort Almirante und ein Bus bringt einen dann an den Fluss Sixaola, der zu Fuß auf einer Brücke überquert wird. Auf der anderen Flussseite befindet man sich dann bereits in Costa Rica. Die Einreise verlief absolut unkompliziert und war in 5 Minuten erledigt.
Was alles in Costa Rica passieren wird, folgt dann im nächsten Artikel.
3 Kommentare
Penny Evans
Hi Bernie, Panama looks great. I hope you continue to enjoy your journey in Central America – Rob and I loved Costa Rica when we visited in 2019. I am enjoying reading the posts and keeping up with your travels. Keep enjoying! We still have great memories of Touda in Morocco and it was good to meet you.
Bernhard
Hi Penny,
nice to hear from you! Yes, Touda was really a nice experience – So far away from it all <3
Panama and Costa Rica were both really nice, but see for yourself in my new article 🙂
BR
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